Das zukünftige Ocean Science Center Mindelo. Quelle: Architekturbüro Pedro Gregório Lopes.

Das zukünftige Ocean Science Center Mindelo. Quelle: Architekturbüro Pedro Gregório Lopes.

Prof. Dr. Arne Körtzinger (GEOMAR) und der Premierminister der Kapverden, Dr. José Maria Neves, beim Spatenstich für das OSCM. Quelle: OSCM.

Prof. Dr. Arne Körtzinger (GEOMAR) und der Premierminister der Kapverden, Dr. José Maria Neves, beim Spatenstich für das OSCM. Quelle: OSCM.

Karte der Kapverdischen Inseln für der Küste Westafrikas. Quelle: GEBCO/GEOMAR.

Karte der Kapverdischen Inseln für der Küste Westafrikas. Quelle: GEBCO/GEOMAR.

19.11.2014

Spatenstich auf den Kapverden

Kieler GEOMAR gibt Startschuss für den Bau einer Forschungsstation für Meeres- und Atmosphärenforschung

19.11.2014/Mindelo/Kiel. Nach fast zweijähriger Planungs- und Koordinierungsarbeit ist es so weit: Der Bau einer Forschungsstation für die Meeres- und Atmosphärenforschung vor Westafrika, das „Ocean Science Centre Mindelo“ (OSCM), kann beginnen. Dabei handelt es sich um ein in Partnerschaft zwischen dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel mit dem kapverdischen Institut für Fischereientwicklung (INDP) geplantes Forschungsgebäude, das in Mindelo, dem Hauptort der kapverdischen Insel São Vicente, entstehen soll. Die Gesamtkosten für das Zentrum liegen bei 2,5 Millionen Euro.

Das GEOMAR kann bereits auf eine seit 10 Jahren bestehende Partnerschaft mit der Republik Kap Verde zurückblicken. Ein erster Workshop fand, finanziert durch Mittel der Volkswagenstiftung, bereits 2004 unter dem Motto „Towards a West African Science Logistics Centre in Cape Verde“ statt. Die Vision, eine Forschungsstation auf den Kapverden für Meeres- und Atmosphärenforschung im tropischen Nordostatlantik zu schaffen, geht auf den Meereschemiker Prof. Dr. Douglas Wallace zurück. Er erkannte die Einzigartigkeit der Kapverden sowohl in geografischer als auch logistischer Hinsicht und hoffte, diese für viele wissenschaftliche Fragestellungen auf globaler Skala bedeutsame Region so gemeinsam mit  Wissenschaftlern aus aller Welt effizienter zu erforschen. Ein Jahrzehnt hat es gedauert bis aus der Vision Wirklichkeit werden konnte. Geholfen hat, so GEOMAR-Direktor Prof. Dr. Peter Herzig, auch der Wechsel der Kieler Meeresforschungseinrichtung in die Helmholtz-Gemeinschaft. „Unser Hauptfinanzierungsgeber, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), hat uns in der Maßnahme maßgeblich bestärkt und unterstützt. Mit dieser Forschungsinfrastruktur werden wir die überaus erfolgreiche Forschung, die wir seit einigen Jahren in dieser Region betreiben, langfristig stärken“, so Herzig weiter.

Beharrlichkeit und Engagement der beiden Partnerinstitute GEOMAR und INDP werden nun belohnt. Am 18. November nahmen der wissenschaftliche Leiter der Kooperation, Prof. Dr. Arne Körtzinger, und Projektkoordinatorin Cordula Zenk zusammen mit dem Premierminister und weiteren Regierungsvertretern der Kapverden den ersten Spatenstich für das Gebäude vor. Die Republik Kap Verde ist stolz auf das Projekt, das sich hervorragend in die strategische Wissenschaftsplanung des Landes einfügt: „Die Kapverden als Inselstaat und geostrategisches Drehkreuz zwischen Europa, Afrika, Süd- und Nordamerika haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich verstärkt ihrer natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wind und Wasser anzunehmen und nachhaltigen Nutzen aus ihnen zu ziehen. Viele Projekte zielen auf den Ausbau des maritimen Sektors ab. Das „Ocean Science Centre Mindelo“ passt hervorragend zu diesen Zielen“, so Arne Körtzinger. Für das kommende Jahr ist im Rahmen einer wissenschaftlichen Sommerschule mit internationalen Partnern und zur Feier des 10-jährigen Jubiläums der Kooperation die feierliche Grundsteinlegung geplant.

Charakteristisches Merkmal des zukünftigen Gebäudes ist eine zentrale durchfahrbare Halle. Hier hat man sich von der „Lithothek“ am GEOMAR inspirieren lassen. Angeschlossen sind Werkstätten, Labore und Lagerräume. Ein weiterer Gebäudeflügel wird Büro-, Konferenz- und Aufenthaltsräume bieten. An der Planung waren viele Bereiche des GEOMAR beteiligt. Koordinatorin Cordula Zenk weiß dieses sehr zu schätzen: „Für die Unterstützung, die wir durch viele GEOMAR-Kollegen bei der gemeinsamen Planung mit dem kapverdisch-deutschen Architekturbüro Pedro Gregório Lopes erfahren haben, sind wir mehr als dankbar. Stück für Stück fügte sich das Puzzle zusammen, und nur mit Hilfe der Kollegen ist es gelungen, ein für Kap Verde einmaliges und in sich schlüssiges Konzept zu erarbeiten.“

Der Bau soll im Sommer 2016 fertiggestellt sein und der internationalen Atmosphären- und Meeresforschung übergeben werden. „Es liegt nun eine spannende Bauphase vor uns. Dafür wünschen wir den beteiligten Bauunternehmen und Architekten allen Erfolg und gutes Gelingen“ schließt GEOMAR-Verwaltungsdirektor Michael Wagner.

Bildmaterial zu Forschungsaktivitäten auf den Kapverdischen Inseln finden Sie in der GEOMAR-Bilddatenbank

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Villwock (GEOMAR, Kommunikation & Medien),
Tel. 0431 600-2802, avillwock(at)geomar.de

Dateien:
pm_2014_69_OSCM-spatenstich.pdf168 K