Die ARENA2 aus Sicht der Lithothek während dem Tag der Deutschen Einheit Foto: Nikolas Linke

Die ARENA2 aus Sicht der Lithothek während dem Tag der Deutschen Einheit Foto: Nikolas Linke

Bild des Monats: Februar 2020

Die ARENA2 in Aktion

Betritt man die Lithothek, ist man umgeben von hohen Regalen gefüllt mit blauen Kisten voller unterschiedlicher Gesteinsproben. Mit diesen rekonstruieren Forscherinnen und Forscher die Geschichte unseres Planeten, untersuchen das Risiko von Vulkanismus im Meer oder auch Klimaschwankungen der Vergangenheit. Die Proben selbst sind hier akribisch sortiert, denn die Lithothek ist der zentrale Ort für die Bearbeitung von Sedimentkernen und Gesteinsproben. Doch Untersuchungen von verschiedenen Fundstücken reichen insbesondere in der Meeresbodenforschung nicht aus – auf den Kontext kommt es an. Oftmals benötigt man eine maßstabsgetreue Abbildung der Küstenverläufe, Vulkankrater oder auch Meeresströmungen, die in die wissenschaftliche Interpretation mit einfließen. Wo dies geschehen kann, zeigt unser Bild des Monats: Im hinteren Teil der Lithothek findet man einen großen schwarzen Kasten: die ARENA2, eine Art digitales Planetarium, das jedoch einige Besonderheiten aufweist. Im Inneren befindet sich eine Kuppel, auf die 360-Grad-Visualisierungen von Forschungsdaten projiziert werden. Diese Kuppel ist frei hängend und kann so in verschiedenen Winkeln justiert werden.
Somit ist es möglich, jedes Detail, welches für die laufende Forschung von Bedeutung ist, genauer zu betrachten und zu analysieren. Die verwendeten 3D Bilder werden zuvor aus Fotos und Filmmaterial der Tauchroboter bzw. aus 3D-Kartierungen von Fächerecholoten während Expeditionen generiert. Da während groß angelegter Forschungsreisen die unterschiedlichsten Forschungsbereiche zusammen arbeiten, ist es unerlässlich, die erhobenen Daten auch bei der Rückkehr nochmals zu betrachten, gemeinsam zu analysieren und zu diskutieren. Dazu bietet die ARENA2 nun neue Möglichkeiten, da sie Platz für ungefähr 15 Besucher bereitstellt. „Wenn in Zukunft die Daten dann noch mit Kolleginnen weltweit über das Internet geteilt werden, entsteht ein wahrhaft globales Diskussionsforum.“, beschreibt Dr. Tom Kwasnitschka, Entwickler und Laborleiter der ARENA2, seine Vision.
Die ARENA2 ist die Nachfolgerin der ARENA, in die ursprünglich nur vier Personen passten. Diese war wie eine Schüssel gebaut und hat 3D Bilder in bis zu 3m Höhe um die Forscher herum projiziert. Das Nachfolgemodell bietet nun noch mehr Möglichkeiten, da die Kuppel gekippt werden kann und Höhe und Neigung frei wählbar sind - das ganze bietet so eine bessere Orientierung für den Nutzenden.

 

Link:

https://www.geomar.de/index.php?id=arena

Die ARENA2 aus Sicht der Lithothek während dem Tag der Deutschen Einheit Foto: Nikolas Linke

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