PISAGUA

Die Struktur der nordchilenischen Subduktionszone abgebildet mit Weitwinkelseismik und ihr Zusammenhang mit der Bewegung der Plattengrenzflächen.

Für den wiederholt von Starkbeben getroffenen nordchilenischen Kontinentrand liegt aufgrund der hohen Seismizitätsrate landseitig ein außergewöhnlicher geophysikalisch-geologisch-geodätischer Datensatz vor. Für ein tiefer gehendes Verständnis der Prozesse fehlt die Kenntnis der Tiefenstruktur des marinen Forearcs und der seismogenen Zone, da dieser seewärtige Bereich bisher nicht mit moderner Vermessungstechnologie untersucht wurde und daher nur begrenzte Informationen über den Aufbau und Struktur der subduzierten ozeanischen und der überfahrenden kontinentalen Kruste vorliegen. Das Ziel der Ausfahrt PISAGUA ist eine detaillierte Studie zur Abbildung der Tiefenstruktur offshore Taltal mit 2D und 3D Refraktionsexperimenten, um die Beziehung zwischen Deformationsverhalten und Forearc-Strukturen anhand der nordchilenischen Subduktionszone als Typlokation zu analysieren und um damit einen Beitrag zu regionalen Gefährdungsstudien leisten. Für die Ausfahrt stehen insg. 50 OBS/OBH aus dem GEOMARPool zur Verfügung. Die Ausfahrt von FS SONNE wird mit der Verdichtung des geodätischen Netzwerkes auf der Langseite komplementiert (durch Universidad de Chile). Weiterhin ist geplant, das Refraktionsexperiment mit Seismometern landwärts fortzusetzen (durch Universidad de Chile und GFZ Potsdam).