Aufgrund des Vorhandenseins von abbaubarer organischen Substanzen, reduzierten anorganischen Verbindungen (z.B. NH4+, Mn2+, Fe2+) und begrenzten Sauerstoffdiffusionsraten entwickeln sich in feinkörnigen Sedimenten, die sich in Niedrigwasserbereichen an der Flusssohle absetzen, schnell reduzierende Bedingungen. Unter diesen reduzierenden Bedingungen führt der mikrobiell vermittelte Abbau der organischen Substanz im Sediment (SOM) zu einer Gasproduktion (z.B. Methan, Kohlendioxid). Aufgrund der Variabilität der SOM-Zusammensetzung und damit der Abbaubarkeit variiert der Grad der Gasproduktion in Raum und Zeit. Der Abbau von SOM und die damit verbundene Gasbildung kann eine Reihe von Problemen mit sich bringen, wie z. B. Änderungen der Sedimentdichte, Viskosität, Scherfestigkeit und Rheologie. Dies wiederum spiegelt sich in einer verzögerten Sedimentkonsolidierung, Anfälligkeit der Sedimentkonstruktionen gegenüber Erosion und Bodensenkungen wider. Die Produktion von Gasblasen kann die schalltechnische Tiefenortung behindern. Außerdem ist bekannt, dass Methan stark zur globalen Erderwärmung beiträgt. Die Resuspension von potentiellen sedimentgebundenen Verunreinigungen kann ein weiteres Problem darstellen. In dieser Studie untersuchen wir den Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft und der Abbaubarkeit und Umsatzrate von SOM. Diese Erkenntnisse liefern die Grundlage für gezielte Änderungen spezifischer Pflegemaßnahmen. Die mikrobiologische Studie ist ein Teilprojekt von BIOMUD (Leitung: Prof. Dr. Julia Gebert, TU Delft) innerhalb des Sedimentforschungsnetzwerks MUDNET.