Forschungstauchboot JAGO

Das Forschungstauchboot JAGO war von 2006 bis 2021 vom GEOMAR aus in aller Welt im Einsatz. Seit seiner Stilllegung ist es im Foyer des GEOMAR-Neubaus auf dem Seefischmarkt Kiel zu bewundern.

 

 

JAGO wurde 1989 nach den Vorschriften des DNV (Germanischen Lloyd) für Unterwasserfahrzeuge durch das langjährige Betreiberteam am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie im bayerischen Seewiesen gebaut. Es wurde in Tiefen bis zu 400 Metern zur Erkundung und Erforschung aquatischer Systeme und Lebensräume im Süß- und Salzwasser eingesetzt.

JAGO eröffnete Forschenden verschiedener meereswissenschaftlicher Disziplinen direkte Einblicke in ihre Fachgebiete und trug immer wieder zum wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn bei.

Entsprechend seiner allerersten Mission besuchte das Tauchboot regelmäßig den legendären Quastenflosser auf den Komoren, einen archaischen Fisch, der Fossilienfunden zufolge schon vor mehr als 400 Millionen Jahren auf unserem Planeten lebte.

Geolog:innen tauchten mit dem gelben Zweisitzer zu den Hydrothermalquellen Islands und zu einem jungen Unterwasservulkan vor der Kanaren-Insel El Hierro. Vor Spitzbergen und im Schwarzen Meer konnten sie mit JAGO natürliche Methangas-Quellen und in der Nordsee den Eruptionskrater eines „Blow Out“ als Folge eines missglückten Ölbohrversuchs dokumentieren.

Biolog:innen erkundeten an Bord von JAGO während zahlreicher Expeditionen die farbenfrohen Kaltwasserkorallen-Riffe Norwegens und spürten vor Cabo Verde den Funktionen von Tiefsee-Lebensgemeinschaften im Freiwasser nach. Im Mittelmeer untersuchten sie mit JAGO die Artenvielfalt nach „Natura 2000“-Kriterien zur Einrichtung von Schutzgebieten.

Aufträge aus der freien Wirtschaft führten JAGO und sein Team in Diamantenschürf-Gebiete und Wasserkraftwerks-Stollen – und auch in einem Kieler „Tatort“ spielt das Tauchboot eine zentrale Rolle.