Marine Halogenkohlenwasserstoffe und ihre Emissionen in die Atmosphäre

Die allmähliche Erholung der Ozonschicht wird in den nächsten Jahrzehnten erwartet, da sich die anthropogenen Emissionen langlebiger Fluorchlorkohlenwasserstoffe nach dem Montrealer Protokoll von 1987 verringern. Die marinen Quellen einiger sehr kurzlebigen Halogenkohlenwasserstoffe (z.B. Bromoform, CHBr3) und ihr Einfluss auf das Ozon hingegen nehmen zu. Wir untersuchen in Zusammenarbeit mit Biologen die Verteilung und die biogeochemischen Kreisläufe dieser natürlichen und anthropogenen Spurengase aus verschiedenen Quellen (Phytoplankton, Makroalgen, Desinfektionsprozesse) im Ozean und ihren Austausch mit der Atmosphäre. Durch Messungen und in Zusammenarbeit mit Modellierern werden in regionalen und globalen Studien räumliche und zeitliche Datenlücken geschlossen, um die ozeanischen Beiträge zur zukünftigen Ozonchemie in der Troposphäre und Stratosphäre zu klären.

Projekte

AIMAC, eine dreiwöchige Expedition mit RV Poseidon im März 2019  zu Atmosphäre-Ozean-Insel-Biogeochemie-Wechselwirkungen, erfasste natürliche und anthropogene Einflüsse Madeiras, der Kanarischen Inseln und der Kap Verden auf den Ozean und die Atmosphäre in dieser hoch dynamischer Bereich. Die anthropogenen und natürlichen Spurengasquellen, ihre Emissionen und ihr Transport in den Ozean, sowie ihre Wechselwirkung mit marinen biogeochemischen Kreisläufen befinden sich noch in der Analyse. In Küstenregionen befinden sich viele anthropogene und natürliche Quellen für Bromoform und andere halogenierte Spurengase. Aktuelle Arbeiten untersuchen die Quellen und die Quellstärke bromierter Spurengasen aus natürlichen und angebauten Makroalgen, sowie aus der Desinfektion von Meerwasser, das in Kühlsystemen von Küstenkraftwerken und aus Entsalzungsanlagen angewendet wird. Makroalgen und ihr Anbau für nachhaltige Entwicklungen und Natur- und Klimaschutz bilden den Schwerpunkt der Halogenkohlenwasserstoffgruppe in der lösungsorientierten Forschung.

Einblicke