POSEIDON POS509

Bereich:
Thyrrhenisches Meer
Zeit:
15.02.2017 - 03.03.2017
Institution:
GEOMAR
Leitung:
Sebastian Hölz

Die Erkundung submariner Massivsulfide (SMS) beschränkt sich derzeit auf die Untersuchung von Systemen mit hydrothermaler Aktivität, da sich die eingesetzten Technologien auf das Aufspüren von Anomalien in der Wassersäule (Temperatur, chemische Tracer) und das Kartieren der Meeresboden-morphologie stützen. Sie sind somit nicht zur Detektierung von inaktiven Systemen geeignet, die durch Erosion und Sedimentation bereits überprägt sind. Zur Erweiterung der Untersuchungsmöglichkeiten auf inaktive Systeme wurde daher am GEOMAR das neuartige marine transient-elektromagnetische Induktionssystem MARTEMIS entwickelt, das vom Prinzip her wie ein riesiger Münzsucher funktioniert.
Im Jahr 2015 wurde MARTEMIS im Rahmen der Poseidon-Ausfahrt POS483 (“ElectroPal”) am Palinuro Komplex in der Tyrrhenischen See, ca. 80km westlich von Neapel, zum ersten Mal erfolgreich eingesetzt. Die Auswertung der dort durchgeführten Testmessungen zeigten nicht nur eine ausgeprägte Leitfähigkeitsanomalie im Bereich einer bereits bekannten SMS (seafloor massive sulphide) Vererzung, sondern auch eine zweite Anomalie, die wir aktuell als bisher unbekannte SMS Mineralisation unter einer Sedimentschicht interpretieren.
Im Rahmen der anstehenden Ausfahrt POS509 werden die bisher entlang einer einzelnen Profilline durchgeführten Messungen auf die gesamte Fläche des Vulkankegels ausgedehnt und durch weitere geophysikalische (Wärmelanze) und geologische (Schwerelot) Messungen ergänzt werden. Hierdurch soll die Ausdehnung und – wenn möglich – die Mächtigkeit der SMS Ablagerungen möglichst genau abgeschätzt sowie bisher unbekannte Vererzungen detektiert werden.