ALKOR AL652
- Bereich:
- westliche Ostee, Pommersche Bucht, Bornholmbecken
- Zeit:
-
09.05.2026 - 25.05.2026
- Institution:
- GEOMAR
- Leitung:
- Jan Dierking
Im ersten Fahrtabschnitt der Expedition AL652 untersuchen wir den Zustand von Fischgemeinschaften und Nahrungsnetzen in Offshore-Meeresschutzgebieten der Ostsee. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wirksam Schutzgebiete für nicht-kommerziell befischte Fischarten und ihre Lebensräume sind. Schwerpunkt der Arbeiten ist das Schutzgebiet Pommersche Bucht, zusätzlich werden Rahmendaten für die umliegenden Meeresgebiete von der Kieler Bucht bis ins Bornholmbecken gewonnen.
Wir werden nicht-invasive Methoden einsetzen, um das Ökosystem möglichst wenig zu beeinträchtigen. Statt klassischer Fischerei-Schleppnetze kommen minimalinvasive Fangmethoden wie Fallen und Reusen, akustische Telemetrie, Habitatkartierungen, genetische Analysen von Mageninhalten und Ökosystem-Modellierungen zum Einsatz. Einzelne Fische werden mit kleinen Sendern ausgestattet, deren Signale von einem Netzwerk aus Empfängern registriert werden. So lassen sich Aufenthaltsorte und Bewegungsmuster nachvollziehen und analysieren, wie die Tiere die Schutzgebiete nutzen.
Die Untersuchungen sind Teil des vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten Projekts SCHUFI („Unterstützung bei der Maßnahmenentwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten für Fische“). Ziel des Projekts ist es, Grundlagen für Schutzmaßnahmen zugunsten nicht-kommerziell genutzter Fischarten in Meeresschutzgebieten zu erarbeiten. Dabei werden auch neue Methoden für ein möglichst schonendes Monitoring entwickelt. Die Förderung erfolgt über die Meeresnaturschutzkomponente (MNK), die aus den Erlösen der Windparkversteigerungen nach dem Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) finanziert wird.